PROGRAMM




Mauro Hertig | Whispers ; Ping Pol





Whispers
Das Prinzip der Imitation ist die ursprünglichste Art und Weise, Musik weiterzugeben. Dafür setzen sich jeweils zwei Personen zusammen in ein vor Ort eingerichtetes Aufnahmestudio. Die erste Person singt der zweiten eine Melodie vor. Die zweite hört zu, sucht sich danach eine weitere Person und singt dieser wiederum die Melodie vor, auf die eigene Erinnerung zurückgreifend. Dabei nimmt das in der Mitte stehende Mikrophon alles auf. Es funktioniert wie das Spiel Stille Post, nur dass hier anstatt von Text eine Melodie gesungen wird und der ganze Prozess am Ende abgespielt wird. Jede Veränderung nimmt unwiderruflich Einfluss auf alles weitere. Das Erinnerungsvermögen jeder TeilnehmerIn wird kompositorisch aktiv, ohne dass dabei bewusste Entscheidungen gefällt werden müssen. Das Stück ermöglicht einen kleinen Einblick in die jedem/jeder eigenen Verarbeitung von Information und Klang.

Whispers
The principle of imitation is the most original way to pass music on. In this case, two people sit together in a locally furnished recording studio. The first person sings a melody to the second. The second one listens, then looks for another person and in turn sings the melody back to his own memory. At the same time, the microphone in the middle picks up everything. It works like the game Silent Post, except that here instead of text a melody is sung and the whole process is played at the end. Every change irrevocably influences everything else. The memory of each participant becomes compositionally active, without having to make conscious decisions. The piece gives a little insight into each of their own processing of information and sound.

Ping Pol
Blöcke aus Metall schwingen um den Puls, laden und entladen sich dabei an jedem Pol, den sie passieren. Kontraktionen und Dekontraktionen verändern ständig die Zugkraft dessen, was geschoben und gezogen wird. Mal bewegt sich mehr Gewicht, mal weniger. Das Gewicht ist immer so gross, dass ein Mensch es halten und schwingen kann.
Wiederholung, Insistierung und Vermeidung von Ballast sind dem Stück so eingeprägt wie einem Leben, welches in kompletter Askese geführt wird. Sein einziger Inhalt ist eine komplett disziplinierte Tätigkeit, die gleichzeitig zur Erhellung und zur Festigung des Selbst führen soll. Klang wird geschnitten und geformt wie Momente, Tage, Wochen, Jahre. Das Stück ist ein Stück Leben nach Plan.

Ping Pol
Metal blocks swing around the pulse, charging and discharging themselves at each pole they pass. Contractions and decontractions are constantly changing the traction of what is pushed and pulled. Sometimes more weight, sometimes less weight moves. The weight is always so great that a human can hold it and swing it.
Repetition, insistence and avoidance of ballast are so imprinted on the play as a life which is guided in complete asceticism. Its sole content is a fully disciplined activity that is also meant to illuminate and strengthen the Self. Sound is cut and shaped like moments, days, weeks, years. The piece is a piece of life according to plan.

https://maurohertig.com/
Geboren 1989 in der Schweiz. Mauro Hertig ist Komponist mit einem breiten Output von Ensemblestücken, Kammermusik, konzeptuellen und ort-spezifischen Stücken. Sein Werkfokus liegt auf verschiedenen Manifestationen von Puls, der Manipulation von musikalischer Erinnerung und dem ambivalenten Verhältnis von der Partitur zum Klang. Der Abschluss seiner Studien in Zürich und Graz folgte auf ein einjähriges Werkjahr in Berlin.
Auftragskompositionen umfassen Stücke für das Ensemble Recherche, Festival für Neue Musik Rümlingen, Österreichischer Rundfunk ORF, Collegium Novum Zürich, Trio Onyx Basel, Duo Landman/Stadler (NY/Basel), Schallfeld Ensemble Graz, Platypus Ensemble, open music. Gründer des Forums für Angewandte Abstraktion, eine Online-Plattform für interaktive Musikanalyse. Lebt und arbeitet in Wien und New York.

Born in 1989 in Switzerland. Mauro Hertig is a composer with a wide output of ensemble pieces, chamber music, conceptual and site-specific pieces. His work focus is on various manifestations of pulse, the manipulation of musical memory and the ambivalent relationship of the score to the sound. The completion of his studies in Zurich and Graz followed a year of work in Berlin.
Commissioned works include pieces for the Ensemble Recherche, Festival for New Music Rümlingen, Austrian Broadcasting ORF, Collegium Novum Zurich, Trio Onyx Basel, Duo Landman / Stadler (NY / Basel), Schallfeld Ensemble Graz, Platypus Ensemble, open music. Founder of the Forum for Applied Abstraction, an online platform for interactive music analysis. Lives and works in Vienna and New York.

 

 






 


  
   


exhibition/Ausstellung:

Beste Erener
Rick Hyslop
Chris Janka

Verena Mayrhofer

Georg Nussbaumer
Patricia J. Reis

Jakob Schauer
Christine Schörkhuber
Stefan Voglsinger


Performances:

Mauro Hertig

Antoni Rayzhekov
Hui Ye + Marco de Ana + Reinhard Mayer
Luiza Schulz
LeviSchneidi
bimM
Maschinenraum Allstars

Podiumsdiskussion:

What do we DIY now?

Expeditionsperformances:

Darja Shatalova
Zosia Hołubowska

Severin Gombocz

Maschinenraum:

„Maschinenraum – evolving narrative“

Maschinenraum im Maschinenraum
Stefan Arztmann
Verena Dürr
Jakob Gnigler
Paul Gründorfer
Sarah Howorka
Ilse-Aichinger Haus
Schayan Kazemi
Maria Koller
Fabian Liszt
Ulla Rauter
Patricia J. Reis
Michael Sarcault
Christine Schörkhuber

Stefan Tiefengraber
Stefan Voglsinger

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