Photo: Angélica Castelló
ein traum | Angélica Castelló
das band
mein darm, mein blut
meine haut, meine nahrung
mein olfaktorischer reiz
mein puls, mein spiegel
mein schatten
mein schweigen, mein atem
mein flüstern, mein echo
meine stimme, mein schrei
mein gebrüll, meine vibration
mein gedächtnis
mein fehlen, mein funkeln
meine rückkehr, meine narbe
meine erinnerung, mein sehen
mein blinzeln
mein exil, mein feuer
mein abgrund, mein ursprung
meine spirale, ein same
mein zentrum, mein loop
mein traum
As a part of the PEEK research project Spirits in complexity — Making kin with experimental music systems.
> Funded by the Austrian Science Fund (FWF) [Grant DOI 10.55776/AR821]
castello.klingt.org
Photo: Zlata Zhidkova
Zlata Zhidkova
„Sound of the mountain“ ist eine Performance für Metall, Körper und Audio-Feedback. Sie erforscht die Körperlichkeit des Klangs durch die Interaktion zwischen Performerin und dem klingenden Objekt – der Metallplatte. Beide treten auf Augenhöhe in einen Dialog. Die Performerin durchläuft verschiedene Kommunikationsmodi mit der Platte und spricht das Klangmaterial des metallenen „Bergs“ durch Zuhören, Berühren und Sprechen an. Jede Geste, jede Bewegung, jede Klangveränderung löst dabei eine Reaktion beider Beteiligten aus, deren Anwesenheit den Ablauf der Interaktion gleichermaßen beeinflusst. Der Klang entsteht in der Metallplatte, die durch Audio-Feedback und die Performerin angeregt wird.
PERFORMANCES
AUSSTELLUNG
TALK
Photo: Aad Hoogendoorn
Jasna Veličković | The Opera of Things
Inspiriert vom Konzept des „Internets der Dinge“ erweitert Opera of Things die Idee der „Stimme“ auf alltägliche elektronische Objekte, indem es deren elektromagnetische Felder in Klang umwandelt. Opera of Things existiert in zwei Formen: als dreiteilige Klanginstallation und als Live-Musiktheater-Performance.
Dreiteilige Klanginstallation:
In festgelegten Abständen führt die Installation drei kurze „Interventionen“ im Ausstellungsraum auf, die jeweils ein traditionelles Opernelement aufgreifen:
Arie – Die Schöne und das Biest; Duett – Diva und das Biest; Quartett – Ophelia. Die „Stimmen“ dieser Werke entspringen den ausgestellten Objekten selbst – vor allem zwei Gruppen von Netzteilen und dem Velicon – und laden das Publikum zu einem poetischen Zusammenspiel von Technologie, Klang und Präsenz ein.
Auftraggeber: CBK Rotterdam. Gefördert vom Performing Arts Fund NL.
jasnavelickovic.com
Photo: Janno Bergmann
Simon Whetham | deconstructed radio #3
Von Feldaufnahmen und der Verstärkung gefundener Objekte bis hin zur Umnutzung veralteter Technologien entdeckt Simon Whetham neuen Wert im Übersehenen und Wertlosen.
In jüngeren Arbeiten belebt er ausrangierte Geräte auf unvorhersehbare und zufällige Weise wieder – und schenkt ihnen so ein zweites, freieres Leben, das nicht mehr an ihre ursprüngliche Funktion gebunden ist.
Für die Klangmanifeste entwickelte er das skulpturale Werk „Deconstructed Radio #3“, für das er ein Transistorradio aus der Sowjetzeit in Estland verwendete, das sporadisch weißes Rauschen ausstößt.
www.simonwhetham.co.uk
Photo: Kristof Georgen
Kristof Georgen | Wachsflöte
In Homers Erzählungen segelte Odysseus mit seinen Freunden entlang der Insel der Sirenen. Um seine Gefährten dem faszinierenden Gesang der Sirenen nicht auszusetzen, verschloss er ihnen die Ohren mit geschmolzenem Wachs. Er selbst ließ sich an den Mast des Schiffes binden, um sich der Situation zu stellen und sich gleichzeitig vor dem Tod zu schützen. Einen ganz anderen Umgang mit der Situation praktizierte Orpheus, als dieser auf der Argo entlang der Inselgruppe segelte. Orpheus, Dichter und Musiker, nutzte sein gekonntes Spiel auf der Leier, um der drohenden Gefahr musikalisch zu begegnen − eine Art „music competion“ auf offener See zwischen sagenumwobenem Schnellboot und Gesang von der Insel.
Mehrfach haben Themen der Musik aus diesen Mythen, zuletzt in James Joyceʹ Ulysses, in meinen Soundarbeiten eine Rolle gespielt. Joyce bricht mit vielen klassischen Zuschreibungen von Musik, ihrer Rezeption und Aufführungspraxis.
In all diesen Zusammenhängen ist die Idee einer Wachsflöte entstanden als Sinnbild des Musizierens und nicht des „Weghörens“. Sie ist Instrument und Objekt und zugleich Metapher von Vergänglichkeit. Aus Wachs gegossen steht sie einerseits für Musik und Form und anderseits für das Flüchtige und die Zerbrechlichkeit. Auch die Imagination ist flüchtig und der Klang, Schall erklingt und verklingt. Die Wachsflöte als Objekt ist lichtdurchlässig und opak zugleich, sie ist anfällig in Abhängigkeit von Temperatur und Nutzung.
Die Flöte wurde aus weißem Giesswachs gefertigt und es liegt ihr die zweiteilige Form der Schul-Blockflöte aus meiner Kindheit von 1973 zugrunde.
www.kristof-georgen.de
Photo: Volkmar Klien
Volkmar Klien | Form & Erfüllung
Vier Putten hängen, schlapp und formlos, nebeneinander von der Wand.
Sie sind leicht vergrößerte Silikonabgüsse jenes Schutzengels, der an der Wand des Kinderzimmers über die Kindheit des Künstlers und jene seiner Brüder wachte. Ausgestattet mit Pumpen, Sensoren, Ventilen und digitalen Steuereinheiten atmen die Putten ein und aus, richten sich auf und sinken darnieder.
Beatmet von ihren mechanischen Lungen und erheben sich die Engel; ganz langsam, der Reihe nach. Einer nach dem anderen schwillt an und stemmt sich, erfüllt von Luftdruck, gegen die Schwerkraft. Die Wangen blähen sich und nach einer Weile der gemeinsamen Erfüllung, öffnen sich die Ventile. Langsam und kontrolliert entweicht die Luft, die Form und Fülle; sehr leise, aber trotzdem deutlich hörbar zischelnd und pfeifend.
Gemeinsam singen die Putten in stets letzten Atemzügen Verse aus der Antiphon des ‚Nunc Dimittis‘: ‚Sei unser Heil oh Herr, derweil wir wachen, behüte uns, da wir schlafen, [..] auf dass wir wachen in Frieden‘.
Der Reihe nach sinken die säuselnden Engel in sich zusammen, um am Ende wieder schlaff und kraftlos, der Schwerkraft gänzlich ausgeliefert, von der Wand zu hängen. Stille kehrt ein bis sich, wenige Minuten später die Pumpen abermals in Bewegung setzen, um langsam den himmlischen Chor auf ein Neues mit ihrem Odem zu erfüllen.
www.volkmarklien.com
Photo: Peter Paul Aufreiter
Evamaria Müller
Evamaria Müllers Klangwelten erkunden kontinuierlich neue kompositorische Ansätze, um die komplexe Zusammensetzung (und Beziehung zu) unserer Umwelt anhand von Field Recordings und Klangexperimenten mit Found Objects zu untersuchen.
In ihrer begehbaren Klanglandschaft werden durch narrative Fragmentierung in erfahrbare Klangschichten verborgene Stimmen hervorgehoben. Der situativen Komposition geht das aufmerksame Hören unserer Umwelt und das ‘chunking’ dieser Hörerfahrung voraus. Die in einzelne ‘chunks‘ zerlegten und neu zusammengesetzten Strukturen biologischer, anthropogener und geophysikalischer Prozesse begegnen einander in ihrer taktilen Übersetzung im Raum. Die rekursive Schichtung erzeugt einen lebendigen Klangboden, in dem das Hören selbst zu einem Akt der Ausgrabung wird.
www.evamariamueller.net
Photo: Sigrid Schneider
Peter Ablinger | Weiss/Weisslich 31f, membranes, dripping water (2019)
Weiss/Weisslich 31f: Membrane, Tropfen (aus der Serie Weiss/Weisslich 31: Membrane, Regen) wurde von Peter Ablinger als konzertante Installation konzipiert und ist in einer Realisierung des Klangmanifeste-Teams als Klanginstallation in der Ausstellung zu erleben. Erweiternd spielen und bespielen wir die Installation im Rahmen einer Performance. Wir wollen Peter Ablinger zuhören, mit seiner Arbeit interagieren und ihn als Freund und Künstler würdigen, in sowohl aktiv ausführender als auch aktiv wahrnehmender Position.
mit freundlichem Dank an Vertrieb Zeitvertrieb
ablinger.mur.at
PERFORMANCES AUSSTELLUNG
TALK
Photo: Karl Salzmann
Aura, Fetisch und Apparatur | Talk mit Karl Salzmann und Astrid Schwarz
Karl Salzmann ist Klangkünstler, Kurator und künstlerischer Forscher. Seine künstlerische Praxis umfasst Klang und Geräusche in Performances, konzeptuellen Arbeiten und Installationen. Salzmanns Arbeit untersucht u.a. die Beziehungen von Klang mit Material, Mensch und Kontext, ortsspezifische Bedingungen sowie die historische Bezüge und soziokulturellen Implikationen von Klang als verbindendem Medium. Er arbeitet und lehrt als Senior Scientist an der Universität für angewandte Kunst in Wien, wo er das ÆSR Lab – Applied/Experimental Sound Research Laboratory leitet. Salzmann ist seit 2025 künstlerischer Leiert des Kunstraum Perg und war von 2016-2019 Co-Direktor des Ausstellungsraums für Klang- und Prozesskunst „Zentrale” in Wien. Seine Arbeiten wurden international ausgestellt (u.a. Warschauer Herbst, ACFNY New York) und u.a. mit dem Erste Bank Kunstpreis (2017) sowie dem Staatsstipendium für Medienkunst (2019) ausgezeichnet. Salzmann diplomierte 2013 an der Universität für angewandte Kunst Wien in Digitaler Kunst und schloss 2024 sein Doktoratsprojekt in künstlerischer Forschung an der mdw - Universität für Musik und darstellende Kunst Wien ab, in welchem er die Materialität von Klang unter Verwendung des Plattenspielers als Forschungsgerät untersuchte. Kürzlich erschienene Publikationen sind "SCRATCHING. To Start from Scratch as an Artistic Research Method" (Springer) sowie das Audio Paper "Petromusicality" im JSS - Journal for Sonic Studies.
Astrid Schwarz arbeitet seit 2003 für das ORF Radio (Fm4, Ö1). Zudem ist sie Komponistin , Studium an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Anton Bruckner Universität Linz. Für Ö1 gestaltet sie Sendungen wie Zeit-Ton, Spielräume und Diagonal und ist Producerin des Musik-Radiokollegs. Sie komponiert Filmmusik, zuletzt für Bernadette Weigels Dokumentarfilm “Last of the Wild” und Ebba Sinzingers “Das PrinzPod Geflecht” (AT). Mit ihren selbstgeschweißten Klangerzeuern und Instrumenten untersucht sie das Moment von Materialität eines Instruments, seiner Instrumentalisierung und beschäftigt sich mit der Thematik Komposition als Interface, wie auch mit ihrem Quartett “Steel Girls”. Ihre Kompositionen wurden bei diversen Festivals wie ars electronica oder wien modern aufgeführt. Den Theodor Körner Preis erhielt sie zweimal und 2022 das Österreichische Staatsstipendium für Komposition.
www.astridschwarz.com
Die Klangmanifeste wurden 2010 von Christine Schörkhuber und Ulla Rauter gegründet und präsentierten seitdem über 300 Positionen junger sowie etablierter Künstler*innen.
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2019
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2014
2013
2012
2011
Impressum:
Verein Klangmanifeste Giessaufgasse 25/4, 1050 Wien
Vorstand: Christine Schörkhuber / Ulla Rauter / Stefan Voglsinger ZVR-Zahl: 771245267